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EDV, Internet und Informationsaustausch in Umwelt- und Naturschutzstationen.

Ein Beitrag für die Internet - Tagung "Umwelt 98" , Koordination c/o Prof. Walter Leal Filho, TU Hamburg-Harburg , mail: Umwelt98@tu-harburg.de

Kernnworte: e-medien, Umweltbildung, Kommunikation, Erfahrungen
Abstract: Die Alltägliche Arbeit in einer Umweltstation bringt einige Erfahrungen mit den e-medien. Vergleiche mit anderen Medien werden skizziert und Forderungen an die Nutzung der e-medien werden gestellt. Viele Aspekte werden aufgelistet und angerissen.

Übersicht:
1. Einleitung / Zur Grundsatzdiskussion
2. Vergleich von Informationsmöglichkeiten
3. Ziele der Information durch e-medien
4. Zielgruppe
5. Methodischen Grenzen der e-medien
6. Themen und Suchworte
7. Besonders gut geeignete Themen
8. Information -- Animation
9. Weitere Erfahrungen und Schlußfolgerungen
10. Die Diskussionbeiträge der "umwelt 98"- internet-Tagung
11. Bericht und Erfahrungen mit einem Semiar zu diesem Thema
12. Weitere Hinweise


 

Einleitung / Zur Grundsatzdiskussion

Noch gibt es die Mythisierung des internet und des e-mail. Mit Diskussionen über "Fluch oder Segen" ist uns Praktikern nicht geholfen. Wir wollen wissen, wie wir mit den e-medien umgehen sollen, wir brauchen also eine differenzierte nützliche Struktur der e-medien und eine Gebrauchsanweisung dafür.

Erinnern wir uns an den Beginn der Papiermedienflut:
Wenn wir heute die Printmedien erfinden würden könnte zunächst mal jeder drucken was und wie er will. Die Papierflut wäre berauschend und vermutlich würde sich eine emotionale Diskussion entwickeln, wie wir sie heute über die e-medien kennen. Spielerei mit Druckpapier, Gestaltungen, Technikvarianten oder auch die Anzeigen und Angebote der VerkäuferInnen, Meinungen, Proklamationen und Mitteilungen oder auch halbfertige Andrucke würden in der Papierflut herumplätschern. Das ist solange auch sehr erbaulich anzuschauen, wie dieses Medium nicht wirklich gebraucht wird.
Für die e-Medien haben wir jetzt (1997)einen Zeitpunkt erreicht, an dem e-mail und internet in ihrer Technik so "zumutbar" geworden sind und zu dem sie soweit verbreitet und verfügbar sind, daß sie für die Informationsübermittlung in der Praxis tatsächlich nützlich werden.
Aus Sicht der Umweltschutz - Alltags ist die Unterscheidung zwischen der direkt nützlichen Information und der werbenden und zeitvertreibenden Animation.
Animation kann, genauso wie bei Printmedien, auch im internet einen Wert haben. Die Probleme sind jedoch auch dieselben: Wenn unter der Flut der Postwurfsendungen mein Informationsbrief im Kasten versinkt und verloren geht, wird es schon bedenklich. Wenn wir nicht mehr erkennen können, ob es sich im Postkasten um Werbung, einen Streich der Kinder aus der Nachbarschaft, eine Rechnung vom Finanzamt, einen Liebesbrief oder die Nachricht eines Lottogewinns handelt, dann wird der Postkasten für den Praktiker unbenutzbar.

Tatsächlich können wir im Lebensalltag schon langen mit Informationen umgehen (als Sender und als Empfänger),die meisten von uns vielleicht. Wir müssen darüber nicht Neues dazulernen. Wir müssen unsere bekannten Kriterien nur auf die neuen e-medien anwenden.
Dazu sollten wir Praktiker unsere Anforderungen untereinander formulieren und abstimmen. Bei der Nutzung der e-medien können wir sie dann anwenden.
Manche frühe NutzerInnen des e-mail erinnern sich noch an die "nettikette", ein Knigge für e-mail NutzerInnen. Ist so ein Knigge auch für das internet nötig?

 

2. Vergleich zwischen verschieden Informationsmöglichkeiten


Jedes Mittel der Informationsübermittlung muß auf den Typ der Information abgestimmt sein. So ist der Inhalt einer Zeitungsnachricht naturgemäß anders abgefasst als der Informationstyp eines Buches etc. Welche Informationen lassen sich also per internet und welche per e-mail besonders gut und besonders schlecht übermitteln?
Die Frage kann ich durch einen Vergleich von einigen Möglichkeiten der Informationsübermittlung analysieren. Die Auswahl und die Kriterien sind aus dem Blickwinkel der praktischen Umwelterziehung getroffen.

Mittel der Informationsvermittlung:
1. Persönlicher Besuch / Gespräch,
2. Brief, Post
3. FAX
4. e-mail
5. homepage/ internet
6. andere

Zu jeder dieser "Interaktionen" zwischen Sender und Empfänger gibt es eine Reihe von Kriterien, die für die praktische Anwendung wesentlich und zu beachten sind:

1. Zeitaufwand
2. Kosten
3. Schnelligkeit und Inhalt der Übermittlung
4. Verwaltung, Dokumentation
5. Zielgruppe, Zielperson
6. Probleme, Irrlauf
7. Idealanwendung
8. Vermarktung, Gewinnorientierung
9. andere
Wenn es bei diesen Medien und Kriterien bleibt, haben wir 40 Aspekte zu betrachten. Den Punkt acht formuliere ich, weil in den "neuen" Medien viele Anbieter eine Vermarktung versuchen. (Mir persönlich ist die Gemeinnützigkeit oder die Auslagenerstattung lieber.) Stichworte mögen genügen, bitte ggf ergänzen oder anders bewerten.

Persönlicher Besuch/Gespräch
1. Zeitaufwand                           Reisezeit, Gesprächszeit
2. Kosten                                Reisekosten, Unterkunft/Reiseverpflegung, Eintritt
3. Übermittlung                          unmittelbar, wichtige nonverbale Anteile
4. Verwaltung, Dokumentation             Protokoll,  Gesprächsnotiz, Kartei, Materialaustausch
5. Zielgruppe, Zielperson                gegenseitiges Interesse, Verabredung
6. Probleme, Irrlauf                     Symphatie, Knoblauch, Terminfindung, Störung durch
                                             Tel. / mal eben...
7. Idealanwendung                        Erstkontakt, Kennenlernen, eigener Augenschein
                                             Nur hier ist  Geheimnisübermittlung möglich
8. Vermarktung, Gewinnorientierung       Beratungsgebühren, Eintritt


Telefon
1. Zeitaufwand                          Anwahl (ggf oft)
2. Kosten                               Gebühren nach Zeit etc
3. Übermittlung                         unmittelbar, Klang der Stimme, schnelles Nachfragen
4. Verwaltung, Dokumentation            Notiz, Protokoll, Ablage
5. Zielgruppe, Zielperson               nur eine oder Konferenzen / Mithören
6. Probleme, Irrlauf                    der Angerufene hat weniger Lust als der Anrufer,
                                           falscher Zeitpunkt, was ausrichten lassen etc..
7. Idealanwendung                       Abstimmung bei ähnlichem Informationsstand
                                           Tel hat fast jeder am Arbeitsplatz / erreichbar mit
                                           Handy, Bericht "vor Ort"
8. Vermarktung, Gewinnorientierung      Beratungsgebühren? ,0119-Nummer

Brief / Post
1. Zeitaufwand                          Schreiben, Drucken, Versenden, Kopie
2. Kosten                               Viel Text für 3,- DM, Büchersendung, Massensendung
3. Übermittlung                         ein bis vier Arbeitstage, Layout, Papier- und  Druckqualität
4. Verwaltung, Dokumentation            Doppel, Ablage, Adressetiketten,
                                                 Serienbrief  Bibliotheksablage
5. Zielgruppe, Zielperson               gezielt oder Rundbrief
6. Probleme, Irrlauf                    Fehlzustellung, Mindestmenge für Preisnachlaß
7. Idealanwendung                       Infomappen, farbige Bilder , Bücher, Hefte
8. Vermarktung, Gewinnorientierung      Nachnahme, Kettenbrief, Bestellung

FAX
1. Zeitaufwand                          Schreiben Abschicken
2. Kosten                               Telefonkosten, Gerätekosten, Nachttarife
3. Übermittlung                         unmittelbar, wird gelesen wenn
                                                Lust dazu,  Gestaltung, Titelblatt
4. Verwaltung, Dokumentation            Ablage von in und out ,  Adressenspeicher
5. Zielgruppe, Zielperson               einzeln, muß nicht anwesend sein / ggf Rundfaxe
6. Probleme, Irrlauf                    Lesbarkeit,  Verbindung/ Seitenfolge klappt nicht
7. Idealanwendung                       Zeichnungen, Handschrift,  Nachts versenden
                                                schneller Aushang am Infobrett
8. Vermarktung, Gewinnorientierung      Beratungsgebühren ?

e-mail
1. Zeitaufwand                          Am PC lesen und  schnell antworten
2. Kosten  ca                           -,35DM pro Sendung,  Netzanschluß, Gerätekosten
3. Übermittlung                         20 sec bis 2 Tage, abgeholt, wenn
                                        Lust dazu, wenig Gestaltungsmöglichkeit
4. Verwaltung, Dokumentation            im PC archiviert "in und out",  Ausdruck möglich
5. Zielgruppe, Zielperson               einzeln oder Rund-mail, Weiterleiten
6. Probleme, Irrlauf                    Adressenfehler, Anhängedatei nicht lesbar
7. Idealanwendung                       Kurzmitteilungen, Sofortantwort
8. Vermarktung, Gewinnorientierung      kostenpflichtige groups


internet
1. Zeitaufwand                          Eingabe: wie Brief schreiben
                                        Nutzung: Schnelles lesen, Herausladen von Texten etc
                                                 kann zum Spielen verleiten
2. Kosten                               Tel, Netzzugang,   5,- bis 15,- DM pro Stunde
                                        Homepage mindestens 1 MB frei
3. Übermittlung                         Eingabe sofort, Lesen wenn Lust
                                        dazu, Gestaltung möglich aber oft uneffektiv
4. Verwaltung, Dokumentation            Lesezeichen, Ablage im PC / "Ordner" system
5. Zielgruppe, Zielperson               "Infoaushang an Alle", die die Adresse kennen.
6. Probleme, Irrlauf                    Spielerei, Geschwafel, zuviel Zier-Graphik,
                                              uneffektive Informationen
7. Idealanwendung                       gegliederte Informationen,
                                           Querverweise (links zu anderen Adressen),
                                           Informationen für viele
                                           Bibliothek für Kurztexzte (Protokolle),
                                           Zeichnungen, Unterrichtseinheiten, Formblätter
                                           etc
8. Vermarktung, Gewinnorientierung     Mitgliedernetze, Kosten-codes
 

3. Ziele der Information durch e-medien

Aus dem Blickwinkel praktischer Umweltschutz / Umweltbildung / Umweltarbeit Nur Stichworte, allgemein:

Ideen mitteilen
Neugier
gezielt Informationen suchen
Kontakt mit Gleichgesinnten suchen
Dienstleistungen zum Kauf anbieten
Spielen
Ständiger Informationsaustausch
Terminabstimmungen/Projektabstimmungen
MitstreiterInnen suchen/finden
Objekte zum Kauf anbieten

Speziell für meine persönlichen Ziele will ich vier Dinge erreichen:

1. Informationen möglichst schnell, billig und sicher an eine oder viele Personen bringen.
2. Möglichst schnell, billig und effektiv die für mich wichtigen Informationen erhalten.
3. Die Vernetzung der Umwelteinrichtungen verbessern
4. Informationsmuster so vereinheitlichen, daß eine effektive Kooperation der Umwelteinrichtungen möglich ist.

 

4. Zielgruppe

Das sind erst mal die, die einen Zugang zum e-mail oder internet haben. Sie können ihn als Hauptzweck oder Nebenefekt haben.
Jung / Alt, Studierende, SchülerInnen, GruppenleiterInnne, LehrerInnen, JuornalistInnne, PastorInnen, Ämter, Institutionen, Selbstständige usw.
Diese Personengruppen sind die klassischen MultiplikatorInnen und oft mit der Umwelt-Thematik mehr oder weniger vertraut.

 

5. Methodischen Grenzen der e-medien

In die Seiten sind keine dicken Bücher einzubauen
Gestaltung des Layout ist oft zu Zeit- und Platz-aufwendig
Gliederungen und Textlängen sind schwer überschaubar, das "Überfliegen" von Texten nicht möglich
Die Werbung ist oft nicht von der Information zu unterscheiden
Der Textübertrag (import, anhang) ins e-mail scheint noch nicht perfekt zu laufen
Es gibt sehr müde Grapiken, die dauern mir zu lange.

 

6. Themen, Suchworte

Eine Beschränkung hinsichtlich der Themen im Umwelt- und Naturschutz gibt es wohl nicht. Besondere Vorteile liegen im internationalen Charakter des Netzes. Wir blicken also weit über unseren eigenen Tellerrand.
Aber:
Dabei machen wir einen Fehler, der schon riesen Dinosaurier umgebracht haben soll. Es ist die unkoordinierte Information. Suchworte, Stichworte, Index, Alphabetsysteme, Oberbegriffe, Untergruppen usw erfindet jeder für sich allein. Modebegriffe sind zwar einige Monate in ihrer Bedeutung vereinbart (Agenda 21) aber was verstehen wir heute unter "Regenwald", "saurer Regen" oder "Wärmetod"?
Es fehlt also ein guter Index, den alle NetznutzerInnen im Umwelt- und Naturschutz/ Umwelterziehung etc anwenden. Seit 1984 (Jugendaktionsbuch Natur und Umwelt, Freizeit Verlag, Baden Baden) werbe ich für ein Sachthemensystem das der Buchhandel für die Themen "Mensch und Umwelt" benutzt.
Leider ohne Erfolg, inzwischen hat jeder Umweltverband hat seine eigene Systematik erfunden und hält daran fest. Dies ist ein altes Babylonisches Problem, das den e-medien die Chance verdirbt. Ich habe mit Ökologie zu tun, deswegen bemühe ich mich besonders um die Möglichkeit der Vernetzung, und das erfordert eine abgestimmte gemeinsame Terminilogie.

 

7. Besonders gut geeignete Zwecke

Die e-medien werden, wie andere Medien auch ihr Eigenleben nach Versuch und Irrtum entwickeln. Wir können uns also auf die Möglichkeiten und Chancen konzentrieren, die für uns eine best mögliche Nutzung des Netzes erlaubt, dann wir es in diesen Nutzungen überleben.
Die Methode "Versuch und Irrtum" arbeitet mit Erfahrungen. Bei vielen Seminaren zum Thema "internet und Naturschutz" etc werden diese Erfahrungen vorgetragen und gesammelt. Hoffentlich werden sie gegliedert im Netz mitgeteilt. Es ist nämlich für solche Erfahrungsberichte, die viele Netzpraktiker interessieren, besonders gut geeignet.

Weitere gute Anwendungen aus meiner Erfahrung:
Übersichten zu Arbeits - und Projektthemen
Querverweise (externe links)
Spezielle Datensammlungen
Bildmappen (Zeichnungen)
Lexikon mit Querverweisen
Kurznachrichten
Seminarprogramme (auch im Entwurf)
Infotexte, Kurzdarstellungen von Projekten
Regionale Listen von Aktivitäten
kurze Rundbriefe
Pressemitteilungen
Stichwortsuche in den Suchmaschinen ( auf Deutsch die metasuchmaschine des RRZ-Uni-Hannover)
usw
 

8. Information --- Animation

Viele homepages versuchen gut zu animieren. Deswegen hier noch einige Aspekte zur Animation. Ich versuche eine Gegenüberstellung einiger Kriterien, die Liste ist sicherlich zu ergänzen:

Information                             Animation
Gegliederter Text Ansprechende Graphik
Neugier durch Stichworte Neugier durch Gag oder gute Graphik
Archiv-charakter, Lexikalisch nutzbar Neue Varianten, neue Gags
Schnell, gut lesbar Langsamer, verfolgen der Entwicklung der Bilder
Download mit Brauwser Nur Teile zu laden, ggf Systemabsturz
Nachrichten, Sachstand, Entwürfe, Spielerisches Verweilen, Hinführen zu Informationen
Arbeitspapiere

Die Information kann ohne Animation erfolgen, aber nicht umgekehrt die Animation ohne das, worauf sie hinführen soll. Die Animationselemente müssen im Einklang mit den Ideen von Naturschutz, Umweltschutz, Ökologie und Vernetzung sein. (Also nicht mit Autos und Verschwendungssucht werben).

 

9. Weitere Erfahrungen und Schlußfolgerungen

Die htm-links (blauer Texte) sind auch intern (offline) anzuwenden (ggf mit # verankern), wenn netscape zum Lesen von Infotexten verwendet wird. Das ist ein sehr billiges einfaches System zum Beispiel für "interaktive" Hausinformationen in einer Ausstellung. (Das ersetzt vielleicht eine Animationsprogramm?)
Probleme habe ich mit: Multifenster, die langsam laden und doch nur dieselbe Information mehrfach zeigen. Die eigendlich interesante Lesefläche wird dadurch zu klein.
Farbige Hintergründe (oder gar gemusterte) kann ich mit meinem PC / Graphikkarte kaum noch entziffern. Gibt es ein gutes Gliederungsmuster, speziell für Seiten von Umweltstationen? Fragebögen versuchen solche Gleiderungen, die anders sind als die Stuktur des Versandhauskataloges. Jedenfalls ist für den schellen Besuch der Seite ein Hinweis auf den Aktualitätsstand (Datum letzter Änderung)auf den Umfang der Texte und auf neue Einträge wichtig.

Dieser Text ist als Arbeitsunterlagen für das Thema EDV bei Betrieb von Umwelt- und Naturschutzstationen in Seminar in Iffens (21. - 25.4. 97) entstanden.
Nach den vielen Aspekten und Erfahrungen bei der Nutzung der e-medien folgt jetzt noch der Abspann, nämlich als Schlußfolgerung der Wunsch nach Kooperation. Es gibt leider nicht viele nette Leute, die Tips, Hilfen, Empfehlungen an die AutorInnen schreiben. Das Netz ist ideal geeignet, sich gegenseitig zu lektorieren. Mir hat zum Beispiel Marc Jellito /Uni Lüneburg gut geholfen. Wäre schön, wenn die aktiven in der Umweltbildung sich produktiv vernetzen würden. In diesem Sinne wird dieser Text über e-medien auch in unserer "umweltstation.iffens" homepage aktualisiert, wenn Rückmeldungen kommen.

 

10. Die Dikussionsbeiträge vom 2. Sept bis 6. Okt. 89

#5 wolfgang aus iffens 1998-10-6 16:35:13
Die Diskussion läuft auch klassisch per Telefon. Hier weitere Kommentare: Hinweis auf die Zentrale für Unterrichtsmedien in Freiburg (Margit Fischbach) Dort entwickelt sich ein offensichtlich praktikabler Informations- und Texteaustausch zwischen Schulen bzw Bildungseinrichtungen.
Michael, vielen Dank für die Hinweise. Ich habe den von dir empfohlenen internet-kurs angeschaut. Dort kann sich jeder wirklich tief hineinarbeiten. Mir scheint aber ein systematischer Mangel in den so berühmten Kleinigkeiten bei der htlm zu bestehen, offensichtlich unabhängig von den Herstellungskosten der Seiten.

Zum Beispiel war ich durch die "Wilmersdorf-Berlin" Seiten neugierig geworden, ob du auch einen Beitrag in dieser (vorbildlichen ??) Umwelt98-internettagung hast. Es gibt hier aber weder eine Namensliste noch Suchbegriffe oder Stichworte aller Titel oder gar im Volltext aller Beiträge.
Aus alter Tagungsneugier interessiert mich auch das Diskussionsgeschehen der anderen Beiträge als schneller Überblick, (also ohne die Texte einzeln und langsam aufzurufen) oder ein Kurzportrait der ReferentInnen bei der Umwelt 98.
Einige Verbesserungsvorschläge habe ich bereits an die Tagungsleitung weitergegeben. Jedenfalls machen solche "Kleinigkeiten" letzlich die Bedienbarkeit und den Spaß an den internet-informationen aus.
Aber das kann ja noch werden. Viele Gruesse aus Iffens, Wolfgang

#4 Michael Berlin 1998-9-24 10:46:38
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für Deine Antwort.
Erstmal zu der von Peter angesprochenen Problematik "Kommerzialisierung des Internets": Ich finde, hier sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wer Informationen (in unserem Falle zum Umweltschutz) zu geben hat, wird diese im Internet auch unterbringen können, es muß ja nicht gleich die teure Werbeagentur mit ausgefeilter (teuer bezahlter) grafischer Gestaltung sein. Kostenlosen "Web-Space" bekommt man im Internet an verschiedenen Stellen und kann seine Informationen notfalls auch alleine aufbereiten. Das fängt an mit Autokonvertierung von Dokumenten z.B. aus Winword nach HTML und wird unterstützt durch sehr anschauliche Einführungen, wo man per Learning by doing sich ohne übermäßigen Aufwand das nötige Know how zum Schreiben und Gestalten von Internettexten selber zulegen kann. Ich selber habe als solchen Online-HTML-Kurs bestens mit SELFHTML gearbeitet, kann ich nur weiterempfehlen.

Meine eigenen Informationen (hier kommt gerne der gewünschte Link) aus dem Umweltamt Wilmersdorf lohnen fast noch nicht das hinschauen. Bisher habe ich erst Bruchteile meiner rd. 150 HTML-Seiten aus unserem Behördeninternen Intranet dorthin in das Internet einspielen können, weil ich dazu (noch) keinen eigenen schreibenden Zugriff auf diese Internetressourcen von meinem Arbeitsplatz aus habe. Auch das von mir erwähnte Umwelt-Quiz zählt zu den leider bisher noch nicht im Internet verfügbaren Angeboten. Aber ich hoffe, das ist wirklich nur eine Frage der Zeit.

Nächstes Jahr soll es ja eine Neuauflage dieser Tagung geben. Vielleicht kann ich bis dahin dann selber mal eigene Erfahrungen zum Thema Internet und Umweltschutz zum besten geben.
Erstmal viele Grüße!
Michael

#3 wolfgang iffens
1998-9-17 6:50:10 Hallo aus Iffens!
Es wird Zeit, daß ich mal antworte.
Zunächst noch ein weiterer Beitrag, er kam per Telefon!. Peter meint, daß die Gestaltung der Seiten in der internet-realität "nur" eine Geldsache sei. Der Preisunterschied betrage ( bei einem Fall, den er zitierte) 4000,- DM für eine volle redaktionelle (animiert) Betreute homepage pro Jahr. Eine "einfache" selbstgemachte Seite sei aber ohne Kosten (zusätzlich zu tel. und Nutzung mit 3,-DM/h) zu machen. Wer also viel Geld hat, nimmt sich eine Argentur, die dann die von ihm gemeinten Inhalte möglichst peppig verpackt. -auch wenn der Inhalt dabei auf der Strecke bleibt.

Zuerst zu diesem Beitrag:
Geld regiert leider auch die Welt der Umweltbildung. In Kursen machen wir Beispiele dazu, wie das finanzielle Sein einer Umweltinitiative das ökologische Bewusstsein prägt. Das ist im internet nicht anders. Nun ist diese Tagung, wie auch mein Beitrag zum Gebrauch der internet, ein Zeichen dafür, daß die Situation hinterfragt und diskutiert wird. Unnötige Fahrtkosten (Filho) belasten den Öko-Gedanken ebenso wie uninformelle (nur unterhaltende) homepages. Deswegen, Peter, Preise nennen und alternativen zeigen. Manuel, vielen Dank für die Forderung nach dem "personellen Prinzip". Auch ich bevorzuge es, wo immer es geht. Die internet-information ersetzt auch einen persönlichen Besuch nicht, sie kann ihn aber sehr gut vorbereiten (neugierig machen). Ich habe in meiner Auflistung die intrumentellen Arten der Information mit der personellen Art gleichgesetzt weil ich die personelle Art sonst vergessen wird. Dein Beitrag regt an, grundsätzlicher über die Kommunikation im internet zu forschen. Viele Aspekte, die wir von der personellen Kommunikation kennen sollen wir auf die Gültigkeit für die e-medien prüfen. Zum Beispiel: der %-anteil der Nonverbalen Kommunikation oder der Vorbildcharakter oder der Zeittakt(Rhythmen).

Michael aus Berlin, gib doch deine Beispiele im Netz hier direkt mit dem link an. Sonst muß ich erst suchen. Jedenfalls bin ich neugierig, was ihr in Wilmersdorf?? gemacht habt. Bedenke aber trotz der guten Erfahrungen mit dem Netz, daß die Aktiven Leute in den Umwelt-und Naturschutzstationen oft keine Zeit haben den Quiz etc selber zu geniessen oder auszuführen. Sie wollen die Quiz-Vorlage übernehmen (hoffentlich die Quelle zitieren) und auf ihre eigenen Belange umbauen. Für dieses Beispiel (Quiz) brauche ich also im Netz eine Adresse, wo alle Umwelt-Quizze abgelegt sind und mir schnell zur Verfügung stehen (ohne langes suchen).
Die Zufälligkeit des Surfens behindert zunächst die systematische Arbeit. Das ändert sich erst, wenn dein link in den bookmarks der Umweltstation ligt, dann wird die Seite sicherlich auch "zur Entspannung" angewählt.

Als weiteren Beitrag gab mir Dirk Utke seinen link, auf dem die nötigsten Grundkenntnisse beschrieben sind, die ihr wissen solltet, wenn ihr im internet arbeitet.Hier also direkt zum Aufrufen:
Nutzung des internet Viele Grüsse aus Iffens
Wolfgang

#2 Michael Berlin
1998-9-3 6:21:9 Hallo Wolfgang, liebe Mit-Surfer,
nein, um bei meinem Vorredner anzuknüpfen, mit eMails alleine ist die Umwelt wohl noch nicht zu schützen, dazu muß man sich doch wieder vom PC weg in das "reale Leben" begeben und "handeln". Aber man kann doch sehr wohl entsprechende Anregungen und Informationen "vom PC ins reale Leben" mitnehmen, kann sich Denk- und Handlungsanstöße holen. Gerade das WWW bietet hier mannigfgaltige Möglichkeiten, etwas anzustoßen und zu bewegen.

Ich selber arbeite seit einiger Zeit daran, Informationen aus uns über das Umweltamt, in dem ich selber arbeite, zunächst mal für unser Behördeninternes Intranet, und in zunehmendem Maße auch für das Internet aufzubereiten.
Ein Blick auf unsere "Einschaltquoten" bestätigt nicht nur sehr breitgefächertes Interesse an Umweltinfos per WWW, wir können auch deutlich erkennen, daß es einen spannenden Zusammenhang zwischen der "Darreichungsform" und der Häufigkeit der Informationsabrufe gibt. Frei nach dem Motto "Das Auge ißt mit" werden grafisch veranschaulichte Sachverhaltsdarstellungen und auch mit Unterhaltungselementen verbundene Wissensvermittlung (z.B. "Online-Umwelt-Quiz") besonders gerne angenommen. Hier lassen sich nach meiner Erfahrung die mächtigen Möglichkeiten der neuen Medien hervorragend zur Förderung des Umweltschutzes nutzbar machen.

Hinzu kommt, daß die Internetnutzung schnell genauso selbstverständlich wird wie die Benutzung von Telefon, Telefax und Fernsehen (ja, mit letzterem soll sie ja kurzfristig sogar durch gemeinsame Abrufmöglichkeiten - Surfen via TV-Gerät - verbunden werden). Ich sehe das nicht als "Konkurrenz" zu persönlichen Gesprächen, aber ich würde es geradezu fatal finden, wenn wir dieses Medium nicht auch nach besten Kräften zur Förderung des Umweltschutzes nutzen würden.

#1 Manuel Hamburg
1998-9-2 16:9:39 Hallo Wolfgang, liebe TagungsteilnehmerInnen,
mir hat Dein Text gut gefallen, nur fehlt mir dabei der Aspekt, dass ein persönliches Gespräch noch viel mehr bietet, als nur Informationsvermittlung. Vielleicht war es ja gar nicht Dein Thema, doch denke ich, dass es bei allen Vorzügen der Informationsverbreitung via email und www bedacht werden sollte, dass es gerade (aber nicht nur) im Umweltbildungsbereich um mehr geht als Infos zu verbreiten.
Häufig ist ja gar nicht das fehlende Wissen der Grund vom umweltschädlichem Verhalten, sondern es sind andere Faktoren, die uns vom umweltfreundlichen _Handeln_ abhalten.
Einer der Faktoren ist das Gefühl "das bringt doch nichts, wenn nur ich was mache". Diesem (und den anderen Hemmnissen auch) läßt sich durch reine Vermittlung von Infos nicht bei kommen. Wir brauchen da mehr! Z. B. Vorbild, Ermutigung, etwas Gruppendruck usw.
Sicherlich können die e-Medien zur Aufklärung beitragen, doch ist es m.E. wichtiger zu klären, wie wir es besser schaffen können unsere Mitmenschen zum Umwelthandeln zu motivieren. Eine Email reicht da nicht. Für Vorschläge bin ich dankbar!

 

11. Bericht von der Veranstaltung
des BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland- Kreisgruppe Wesermarsch
Internet und e - mail
im Umwelt- und Naturschutz.

Referat und Vorführungen am PC
Am Sonnabend dem 15. 2. 97 von 15.00 bis 17.00 Uhr in der Umweltstation Iffens.

Themen und Arbeitsschritte:

1. Information und Informationssysteme
2. Struktur von e-mail und internet
3. Kosten
4. Bedienung am PC (navigator)
5. Umweltseiten, BUND e.V. und andere
6. Suchen im Netz
7. Probleme, Sinn und Unsinn im Internet
8. Ziele und Chancen für Natur und Umweltschutz im Netz.

18 Teilnehmer waren mehr als erwartet, aber es ging gut. Eine Gruppe mit 10 Personen ist besser. Die BesucherInnen kamen aus verschiedenem Interesse: Schule, Gruppenleitung, Naturkenntnisse, EDV-fan usw.
Listen und Musterseiten wurden auf dem Overheadprojektor gezeigt.
offline am PC wurde e-mail und das Netscape-Programm erklärt. Online reisten wir durch die Seiten des BUND und suchten nach Stichworten: Wattenmeer, Brake, Nordenham, Nationalpark, Bodenkunde.

Arbeitstexte und Kopien mit links wurden verteilt.

Ergebnisse:

1. Die Darstellung der Informationssysteme und der Grundstruktur der e-Medien ist wertvoll, weil dann die Rahmenbedingungen der e-Medien deutlich werden. Dies muß mit Tafeln geschehen, die das ganze Seminar über sichtbar sind (Plakat), dann kann darauf immer wieder schnell hingewiesen werden.

2. Mit den 22 Overhaedfolien konnten wir zwar eine Modellreise durch die Internetseiten im Umwelt-und Naturschutz machen, aber es fehlt noch eine vorbereitete Sequenz für eine individuele Einzelübung am PC. Sowas ist auch offline möglich! Vielleicht hat das schon wer geschrieben? , sonst werde ich das bald mal machen.

3. Die Presse (oder wer auch immer) hat das internet sehr mystifiziert. Als Anwender haben wir aber ganz andere Interessen und Forderungen an Nutzen und Effizienz. Viele der TeilnehmerInnen wundern sich, wie einfach die Bedienung ist, wenn wir die Animation ausblenden. (Graphik sperren, Textmodus, Kenndaten)

4. Die „kompakt - Einführung“ dauert tatsächlich etwa 90 min. (wenn die Übersichten und Tafeln auf Folie verwendet werden). Die Vorführzeit war mit 30 min knapp bemessen. Einzelübungen mit einer offline Simulation können in einer Stunde die nötigsten Bedienungselemente vermitteln. Das ist wichtig für Vortragsorte, an denen ein Netzzugang nicht (schnell) möglich ist.

5. In der Umweltstation Iffens wird der BUND e.V. noch einige Termine für eine internet-Übung anbieten. Nach einer kurzen Einführung werden die TeilnehmerInnen eine vorbereitete Modellreise durchs internet machen. Ausserdem wird eine e-mail vorbereitet und verschickt. Das „internet-büro“ wird am Sonnabend von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr geöffnet sein. Alle offline -Übungen sind kostenfrei, für online-Kosten ist Erstattung nötig.

 

12. Weitere Hinweise:

Der BUND. e.V. Kreisgruppe Wesermarsch veranstaltet zum Thema EDV und internet im Umwelt- und Naturschutz zwei Seminare pro Jahr in der Umweltstation Iffens.

Dirk Utke aus Minden hat einiges zusammengeschrieben, was wir für die Nutzung des internet unbedingt wissen (oder mal gelesen)haben sollten. Bei ihm sind auch weitere links zum internet zu finden.

In der Harburger internet - Tagung gibt es Diskusssionsbeiträge, mal reinzuschauen ob bei den Diskussionen was neues angekommen ist. Den Stand bis 6. Okt. 98gibt auch direkt Hier auf der Seite unter Punkt 10.
Interessant zu diesem Thema ist auch das Schwerpunktheft (Feb/97) der Zeitschrift "Wechselwirkungen", in dem über die Chancen der EDV-Vernetzung referiert wird.

Neue Kurse und Veranstaltungen bitte im internet über die Suchmaschinen abrufen abrufen. Zum Beispiel gab es Workshops oder Tagungen bei: Arbeitsgemeinschaft ANUDort weitersuchen
z.B.: Praktische EDV-Anwendungsmöglichkeiten für Umweltzentren 28.2. - 1.3. 97 in Karlshöhe, Hamburg hier per e-mail zu erreichen.
Fachtagung "Naturschutz auf der Datenautobahn" 3..3. - 4.3. 97 NNA / Schneverdingen NNA_Hof_Moehr

Manche Vorträge gibt es, zum Beispiel von Heino Apel (Umweltlernen und neue Medien) im Mai 1997. Der Text ist über die Clearingstelle Umweltbildung in Frankfurt abzurufen.

Am 26/27. 11. 98 gab es in Oldenburg ein Seminar der item (informationstechnik im museum)über die Nutzung der PC und des internet in Museen. hier weiter nach item fragen
Die abschliessende Podiumsdiskussion wurde von mir geleitet

Stand 1.12.98

Beste Gruesse aus Iffens
Wolfgang


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