Kernnworte: e-medien, Umweltbildung, Kommunikation, Erfahrungen
Abstract: Die Alltägliche Arbeit in einer Umweltstation bringt einige Erfahrungen mit
den e-medien. Vergleiche mit anderen Medien werden skizziert und Forderungen an die Nutzung der e-medien werden gestellt. Viele Aspekte werden aufgelistet und angerissen.
Übersicht:
Noch gibt es die Mythisierung des internet und des e-mail. Mit Diskussionen über "Fluch oder Segen" ist uns Praktikern nicht geholfen. Wir wollen wissen, wie wir mit den e-medien umgehen sollen, wir brauchen also eine differenzierte nützliche Struktur der e-medien und eine Gebrauchsanweisung dafür.
Erinnern wir uns an den Beginn der Papiermedienflut:
Wenn wir heute die Printmedien erfinden würden könnte zunächst mal jeder drucken was und wie er will. Die Papierflut wäre berauschend und vermutlich würde sich eine emotionale Diskussion entwickeln, wie wir sie heute über die e-medien kennen. Spielerei mit Druckpapier, Gestaltungen, Technikvarianten oder auch die Anzeigen und Angebote der VerkäuferInnen, Meinungen, Proklamationen und Mitteilungen oder auch halbfertige Andrucke würden in der Papierflut herumplätschern. Das ist solange auch sehr erbaulich anzuschauen, wie dieses Medium nicht wirklich gebraucht wird.
Für die e-Medien haben wir jetzt (1997)einen Zeitpunkt erreicht, an dem e-mail und internet in ihrer Technik so "zumutbar" geworden sind und zu dem sie soweit verbreitet und verfügbar sind, daß sie für die Informationsübermittlung in der Praxis tatsächlich nützlich werden.
Aus Sicht der Umweltschutz - Alltags ist die Unterscheidung zwischen der direkt nützlichen Information und der werbenden und zeitvertreibenden Animation.
Animation kann, genauso wie bei Printmedien, auch im internet einen Wert haben. Die Probleme sind jedoch auch dieselben: Wenn unter der Flut der Postwurfsendungen mein Informationsbrief im Kasten versinkt und verloren geht, wird es schon bedenklich. Wenn wir nicht mehr erkennen können, ob es sich im Postkasten um Werbung, einen Streich der Kinder aus der Nachbarschaft, eine Rechnung vom Finanzamt, einen Liebesbrief oder die Nachricht eines Lottogewinns handelt, dann wird der Postkasten für den Praktiker unbenutzbar.
Tatsächlich können wir im Lebensalltag schon langen mit Informationen umgehen (als Sender und als Empfänger),die meisten von uns vielleicht. Wir müssen darüber nicht Neues dazulernen. Wir müssen unsere bekannten Kriterien nur auf die neuen e-medien anwenden.
Dazu sollten wir Praktiker unsere Anforderungen untereinander formulieren und abstimmen. Bei der Nutzung der e-medien können wir sie dann anwenden.
Manche frühe NutzerInnen des e-mail erinnern sich noch an die "nettikette", ein Knigge für e-mail NutzerInnen. Ist so ein Knigge auch für das internet nötig?
Mittel der Informationsvermittlung:
1. Persönlicher Besuch / Gespräch,
2. Brief, Post
3. FAX
4. e-mail
5. homepage/ internet
6. andere
Zu jeder dieser "Interaktionen" zwischen Sender und Empfänger gibt es eine Reihe von Kriterien, die für die praktische Anwendung wesentlich und zu beachten sind:
1. Zeitaufwand
2. Kosten
3. Schnelligkeit und Inhalt der Übermittlung
4. Verwaltung, Dokumentation
5. Zielgruppe, Zielperson
6. Probleme, Irrlauf
7. Idealanwendung
8. Vermarktung, Gewinnorientierung
9. andere
Wenn es bei diesen Medien und Kriterien bleibt, haben wir 40 Aspekte zu betrachten. Den Punkt acht formuliere ich, weil in den "neuen" Medien viele Anbieter eine Vermarktung versuchen. (Mir persönlich ist die Gemeinnützigkeit oder die Auslagenerstattung lieber.)
Stichworte mögen genügen, bitte ggf ergänzen oder anders bewerten.
Persönlicher Besuch/Gespräch
1. Zeitaufwand Reisezeit, Gesprächszeit
2. Kosten Reisekosten, Unterkunft/Reiseverpflegung, Eintritt
3. Übermittlung unmittelbar, wichtige nonverbale Anteile
4. Verwaltung, Dokumentation Protokoll, Gesprächsnotiz, Kartei, Materialaustausch
5. Zielgruppe, Zielperson gegenseitiges Interesse, Verabredung
6. Probleme, Irrlauf Symphatie, Knoblauch, Terminfindung, Störung durch
Tel. / mal eben...
7. Idealanwendung Erstkontakt, Kennenlernen, eigener Augenschein
Nur hier ist Geheimnisübermittlung möglich
8. Vermarktung, Gewinnorientierung Beratungsgebühren, Eintritt
Telefon
1. Zeitaufwand Anwahl (ggf oft)
2. Kosten Gebühren nach Zeit etc
3. Übermittlung unmittelbar, Klang der Stimme, schnelles Nachfragen
4. Verwaltung, Dokumentation Notiz, Protokoll, Ablage
5. Zielgruppe, Zielperson nur eine oder Konferenzen / Mithören
6. Probleme, Irrlauf der Angerufene hat weniger Lust als der Anrufer,
falscher Zeitpunkt, was ausrichten lassen etc..
7. Idealanwendung Abstimmung bei ähnlichem Informationsstand
Tel hat fast jeder am Arbeitsplatz / erreichbar mit
Handy, Bericht "vor Ort"
8. Vermarktung, Gewinnorientierung Beratungsgebühren? ,0119-Nummer
Brief / Post
1. Zeitaufwand Schreiben, Drucken, Versenden, Kopie
2. Kosten Viel Text für 3,- DM, Büchersendung, Massensendung
3. Übermittlung ein bis vier Arbeitstage, Layout, Papier- und Druckqualität
4. Verwaltung, Dokumentation Doppel, Ablage, Adressetiketten,
Serienbrief Bibliotheksablage
5. Zielgruppe, Zielperson gezielt oder Rundbrief
6. Probleme, Irrlauf Fehlzustellung, Mindestmenge für Preisnachlaß
7. Idealanwendung Infomappen, farbige Bilder , Bücher, Hefte
8. Vermarktung, Gewinnorientierung Nachnahme, Kettenbrief, Bestellung
FAX
1. Zeitaufwand Schreiben Abschicken
2. Kosten Telefonkosten, Gerätekosten, Nachttarife
3. Übermittlung unmittelbar, wird gelesen wenn
Lust dazu, Gestaltung, Titelblatt
4. Verwaltung, Dokumentation Ablage von in und out , Adressenspeicher
5. Zielgruppe, Zielperson einzeln, muß nicht anwesend sein / ggf Rundfaxe
6. Probleme, Irrlauf Lesbarkeit, Verbindung/ Seitenfolge klappt nicht
7. Idealanwendung Zeichnungen, Handschrift, Nachts versenden
schneller Aushang am Infobrett
8. Vermarktung, Gewinnorientierung Beratungsgebühren ?
e-mail
1. Zeitaufwand Am PC lesen und schnell antworten
2. Kosten ca -,35DM pro Sendung, Netzanschluß, Gerätekosten
3. Übermittlung 20 sec bis 2 Tage, abgeholt, wenn
Lust dazu, wenig Gestaltungsmöglichkeit
4. Verwaltung, Dokumentation im PC archiviert "in und out", Ausdruck möglich
5. Zielgruppe, Zielperson einzeln oder Rund-mail, Weiterleiten
6. Probleme, Irrlauf Adressenfehler, Anhängedatei nicht lesbar
7. Idealanwendung Kurzmitteilungen, Sofortantwort
8. Vermarktung, Gewinnorientierung kostenpflichtige groups
internet
1. Zeitaufwand Eingabe: wie Brief schreiben
Nutzung: Schnelles lesen, Herausladen von Texten etc
kann zum Spielen verleiten
2. Kosten Tel, Netzzugang, 5,- bis 15,- DM pro Stunde
Homepage mindestens 1 MB frei
3. Übermittlung Eingabe sofort, Lesen wenn Lust
dazu, Gestaltung möglich aber oft uneffektiv
4. Verwaltung, Dokumentation Lesezeichen, Ablage im PC / "Ordner" system
5. Zielgruppe, Zielperson "Infoaushang an Alle", die die Adresse kennen.
6. Probleme, Irrlauf Spielerei, Geschwafel, zuviel Zier-Graphik,
uneffektive Informationen
7. Idealanwendung gegliederte Informationen,
Querverweise (links zu anderen Adressen),
Informationen für viele
Bibliothek für Kurztexzte (Protokolle),
Zeichnungen, Unterrichtseinheiten, Formblätter
etc
8. Vermarktung, Gewinnorientierung Mitgliedernetze, Kosten-codes
Ideen mitteilen
Neugier
gezielt Informationen suchen
Kontakt mit Gleichgesinnten suchen
Dienstleistungen zum Kauf anbieten
Spielen
Ständiger Informationsaustausch
Terminabstimmungen/Projektabstimmungen
MitstreiterInnen suchen/finden
Objekte zum Kauf anbieten
Speziell für meine persönlichen Ziele will ich vier Dinge erreichen:
1. Informationen möglichst schnell, billig und sicher an eine oder viele
Personen bringen.
2. Möglichst schnell, billig und effektiv die für mich wichtigen
Informationen erhalten.
3. Die Vernetzung der Umwelteinrichtungen verbessern
4. Informationsmuster so vereinheitlichen, daß eine effektive
Kooperation der Umwelteinrichtungen möglich ist.
Weitere gute Anwendungen aus meiner Erfahrung:
Übersichten zu Arbeits - und Projektthemen
Querverweise (externe links)
Spezielle Datensammlungen
Bildmappen (Zeichnungen)
Lexikon mit Querverweisen
Kurznachrichten
Seminarprogramme (auch im Entwurf)
Infotexte, Kurzdarstellungen von Projekten
Regionale Listen von Aktivitäten
kurze Rundbriefe
Pressemitteilungen
Stichwortsuche in den Suchmaschinen ( auf Deutsch die metasuchmaschine des RRZ-Uni-Hannover)
usw
Information Animation
Gegliederter Text Ansprechende Graphik
Neugier durch Stichworte Neugier durch Gag oder gute Graphik
Archiv-charakter, Lexikalisch nutzbar Neue Varianten, neue Gags
Schnell, gut lesbar Langsamer, verfolgen der Entwicklung der Bilder
Download mit Brauwser Nur Teile zu laden, ggf Systemabsturz
Nachrichten, Sachstand, Entwürfe, Spielerisches Verweilen, Hinführen zu Informationen
Arbeitspapiere
Die Information kann ohne Animation erfolgen, aber nicht umgekehrt die Animation ohne das, worauf sie hinführen soll. Die Animationselemente müssen im Einklang mit den Ideen von Naturschutz, Umweltschutz, Ökologie und Vernetzung sein. (Also nicht mit Autos und Verschwendungssucht werben).
Dieser Text ist als Arbeitsunterlagen für das Thema EDV bei Betrieb von Umwelt- und Naturschutzstationen in Seminar in Iffens (21. - 25.4. 97) entstanden.
Nach den vielen Aspekten und Erfahrungen bei der Nutzung der e-medien folgt jetzt noch der Abspann, nämlich als Schlußfolgerung der Wunsch nach Kooperation. Es gibt leider nicht viele nette Leute, die Tips, Hilfen, Empfehlungen an die AutorInnen schreiben. Das Netz ist ideal geeignet, sich gegenseitig zu lektorieren. Mir hat zum Beispiel Marc Jellito /Uni Lüneburg gut geholfen. Wäre schön, wenn die aktiven in der Umweltbildung sich produktiv vernetzen würden. In diesem Sinne wird dieser Text über e-medien auch in unserer "umweltstation.iffens" homepage aktualisiert, wenn Rückmeldungen kommen.
Zum Beispiel war ich durch die "Wilmersdorf-Berlin" Seiten neugierig geworden, ob du auch einen Beitrag in dieser
(vorbildlichen ??) Umwelt98-internettagung hast. Es gibt hier aber weder eine Namensliste noch Suchbegriffe oder
Stichworte aller Titel oder gar im Volltext aller Beiträge.
Aus alter Tagungsneugier interessiert mich auch das Diskussionsgeschehen der anderen Beiträge als schneller
Überblick, (also ohne die Texte einzeln und langsam aufzurufen) oder ein Kurzportrait der ReferentInnen bei der
Umwelt 98.
Einige Verbesserungsvorschläge habe ich bereits an die Tagungsleitung weitergegeben.
Jedenfalls machen solche "Kleinigkeiten" letzlich die Bedienbarkeit und den Spaß an den internet-informationen
aus.
Aber das kann ja noch werden.
Viele Gruesse aus Iffens, Wolfgang
#4
Michael
Berlin
1998-9-24 10:46:38
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für Deine Antwort.
Erstmal zu der von Peter angesprochenen Problematik "Kommerzialisierung des Internets": Ich finde, hier sollte man
sich nicht abschrecken lassen. Wer Informationen (in unserem Falle zum Umweltschutz) zu geben hat, wird diese
im Internet auch unterbringen können, es muß ja nicht gleich die teure Werbeagentur mit ausgefeilter (teuer
bezahlter) grafischer Gestaltung sein. Kostenlosen "Web-Space" bekommt man im Internet an verschiedenen
Stellen und kann seine Informationen notfalls auch alleine aufbereiten. Das fängt an mit Autokonvertierung von
Dokumenten z.B. aus Winword nach HTML und wird unterstützt durch sehr anschauliche Einführungen, wo man per
Learning by doing sich ohne übermäßigen Aufwand das nötige Know how zum Schreiben und Gestalten von
Internettexten selber zulegen kann. Ich selber habe als solchen Online-HTML-Kurs bestens mit SELFHTML
gearbeitet, kann ich nur weiterempfehlen.
Meine eigenen Informationen (hier kommt gerne der gewünschte Link) aus dem Umweltamt Wilmersdorf lohnen fast noch nicht das hinschauen. Bisher habe ich erst Bruchteile meiner rd. 150 HTML-Seiten aus unserem Behördeninternen Intranet dorthin in das Internet einspielen können, weil ich dazu (noch) keinen eigenen schreibenden Zugriff auf diese Internetressourcen von meinem Arbeitsplatz aus habe. Auch das von mir erwähnte Umwelt-Quiz zählt zu den leider bisher noch nicht im Internet verfügbaren Angeboten. Aber ich hoffe, das ist wirklich nur eine Frage der Zeit.
Nächstes Jahr soll es ja eine Neuauflage dieser Tagung geben. Vielleicht kann ich bis dahin dann selber mal eigene
Erfahrungen zum Thema Internet und Umweltschutz zum besten geben.
Erstmal viele Grüße!
Michael
#3
wolfgang
iffens
1998-9-17 6:50:10
Hallo aus Iffens!
Es wird Zeit, daß ich mal antworte.
Zunächst noch ein weiterer Beitrag, er kam per Telefon!. Peter meint, daß die Gestaltung der Seiten in der
internet-realität "nur" eine Geldsache sei. Der Preisunterschied betrage ( bei einem Fall, den er zitierte) 4000,- DM
für eine volle redaktionelle (animiert) Betreute homepage pro Jahr. Eine "einfache" selbstgemachte Seite sei aber
ohne Kosten (zusätzlich zu tel. und Nutzung mit 3,-DM/h) zu machen. Wer also viel Geld hat, nimmt sich eine
Argentur, die dann die von ihm gemeinten Inhalte möglichst peppig verpackt. -auch wenn der Inhalt dabei auf der
Strecke bleibt.
Zuerst zu diesem Beitrag:
Geld regiert leider auch die Welt der Umweltbildung. In Kursen machen wir Beispiele dazu, wie das finanzielle Sein
einer Umweltinitiative das ökologische Bewusstsein prägt. Das ist im internet nicht anders. Nun ist diese Tagung,
wie auch mein Beitrag zum Gebrauch der internet, ein Zeichen dafür, daß die Situation hinterfragt und diskutiert
wird. Unnötige Fahrtkosten (Filho) belasten den Öko-Gedanken ebenso wie uninformelle (nur unterhaltende)
homepages. Deswegen, Peter, Preise nennen und alternativen zeigen.
Manuel, vielen Dank für die Forderung nach dem "personellen Prinzip". Auch ich bevorzuge es, wo immer es geht.
Die internet-information ersetzt auch einen persönlichen Besuch nicht, sie kann ihn aber sehr gut vorbereiten
(neugierig machen). Ich habe in meiner Auflistung die intrumentellen Arten der Information mit der personellen Art
gleichgesetzt weil ich die personelle Art sonst vergessen wird.
Dein Beitrag regt an, grundsätzlicher über die Kommunikation im internet zu forschen. Viele Aspekte, die wir von der
personellen Kommunikation kennen sollen wir auf die Gültigkeit für die e-medien prüfen. Zum Beispiel: der %-anteil
der Nonverbalen Kommunikation oder der Vorbildcharakter oder der Zeittakt(Rhythmen).
Michael aus Berlin, gib doch deine Beispiele im Netz hier direkt mit dem link an. Sonst muß ich erst suchen.
Jedenfalls bin ich neugierig, was ihr in Wilmersdorf?? gemacht habt.
Bedenke aber trotz der guten Erfahrungen mit dem Netz, daß die Aktiven Leute in den Umwelt-und
Naturschutzstationen oft keine Zeit haben den Quiz etc selber zu geniessen oder auszuführen. Sie wollen die
Quiz-Vorlage übernehmen (hoffentlich die Quelle zitieren) und auf ihre eigenen Belange umbauen. Für dieses
Beispiel (Quiz) brauche ich also im Netz eine Adresse, wo alle Umwelt-Quizze abgelegt sind und mir schnell zur
Verfügung stehen (ohne langes suchen).
Die Zufälligkeit des Surfens behindert zunächst die systematische Arbeit. Das ändert sich erst, wenn dein link in
den bookmarks der Umweltstation ligt, dann wird die Seite sicherlich auch "zur Entspannung" angewählt.
Als weiteren Beitrag gab mir Dirk Utke seinen link, auf dem die nötigsten Grundkenntnisse beschrieben sind, die ihr
wissen solltet, wenn ihr im internet arbeitet.Hier also direkt zum Aufrufen:
Nutzung des internet
Viele Grüsse aus Iffens
Wolfgang
#2
Michael
Berlin
1998-9-3 6:21:9
Hallo Wolfgang, liebe Mit-Surfer,
nein, um bei meinem Vorredner anzuknüpfen, mit eMails alleine ist die Umwelt wohl noch nicht zu schützen, dazu
muß man sich doch wieder vom PC weg in das "reale Leben" begeben und "handeln".
Aber man kann doch sehr wohl entsprechende Anregungen und Informationen "vom PC ins reale Leben" mitnehmen,
kann sich Denk- und Handlungsanstöße holen. Gerade das WWW bietet hier mannigfgaltige Möglichkeiten, etwas
anzustoßen und zu bewegen.
Ich selber arbeite seit einiger Zeit daran, Informationen aus uns über das Umweltamt, in dem ich selber arbeite,
zunächst mal für unser Behördeninternes Intranet, und in zunehmendem Maße auch für das Internet aufzubereiten.
Ein Blick auf unsere "Einschaltquoten" bestätigt nicht nur sehr breitgefächertes Interesse an Umweltinfos per
WWW, wir können auch deutlich erkennen, daß es einen spannenden Zusammenhang zwischen der
"Darreichungsform" und der Häufigkeit der Informationsabrufe gibt. Frei nach dem Motto "Das Auge ißt mit" werden
grafisch veranschaulichte Sachverhaltsdarstellungen und auch mit Unterhaltungselementen verbundene
Wissensvermittlung (z.B. "Online-Umwelt-Quiz") besonders gerne angenommen. Hier lassen sich nach meiner
Erfahrung die mächtigen Möglichkeiten der neuen Medien hervorragend zur Förderung des Umweltschutzes nutzbar
machen.
Hinzu kommt, daß die Internetnutzung schnell genauso selbstverständlich wird wie die Benutzung von Telefon, Telefax und Fernsehen (ja, mit letzterem soll sie ja kurzfristig sogar durch gemeinsame Abrufmöglichkeiten - Surfen via TV-Gerät - verbunden werden). Ich sehe das nicht als "Konkurrenz" zu persönlichen Gesprächen, aber ich würde es geradezu fatal finden, wenn wir dieses Medium nicht auch nach besten Kräften zur Förderung des Umweltschutzes nutzen würden.
#1
Manuel
Hamburg
1998-9-2 16:9:39
Hallo Wolfgang, liebe TagungsteilnehmerInnen,
mir hat Dein Text gut gefallen, nur fehlt mir dabei der Aspekt, dass ein persönliches Gespräch noch viel mehr bietet,
als nur Informationsvermittlung. Vielleicht war es ja gar nicht Dein Thema, doch denke ich, dass es bei allen
Vorzügen der Informationsverbreitung via email und www bedacht werden sollte, dass es gerade (aber nicht nur) im
Umweltbildungsbereich um mehr geht als Infos zu verbreiten.
Häufig ist ja gar nicht das fehlende Wissen der Grund vom umweltschädlichem Verhalten, sondern es sind andere
Faktoren, die uns vom umweltfreundlichen _Handeln_ abhalten.
Einer der Faktoren ist das Gefühl "das bringt doch nichts, wenn nur ich was mache". Diesem (und den anderen
Hemmnissen auch) läßt sich durch reine Vermittlung von Infos nicht bei kommen. Wir brauchen da mehr!
Z. B. Vorbild, Ermutigung, etwas Gruppendruck usw.
Sicherlich können die e-Medien zur Aufklärung beitragen, doch ist es m.E. wichtiger zu klären, wie wir es besser
schaffen können unsere Mitmenschen zum Umwelthandeln zu motivieren. Eine Email reicht da nicht.
Für Vorschläge bin ich dankbar!
18 Teilnehmer waren mehr als erwartet, aber es ging gut. Eine Gruppe mit 10 Personen ist besser. Die BesucherInnen kamen aus verschiedenem Interesse: Schule, Gruppenleitung, Naturkenntnisse, EDV-fan usw.
Listen und Musterseiten wurden auf dem Overheadprojektor gezeigt.
offline am PC wurde e-mail und das Netscape-Programm erklärt. Online reisten wir durch die Seiten des BUND und suchten nach Stichworten: Wattenmeer, Brake, Nordenham, Nationalpark, Bodenkunde.
Arbeitstexte und Kopien mit links wurden verteilt.
2. Mit den 22 Overhaedfolien konnten wir zwar eine Modellreise durch die Internetseiten im Umwelt-und Naturschutz machen, aber es fehlt noch eine vorbereitete Sequenz für eine individuele Einzelübung am PC. Sowas ist auch offline möglich! Vielleicht hat das schon wer geschrieben? , sonst werde ich das bald mal machen.
3. Die Presse (oder wer auch immer) hat das internet sehr mystifiziert. Als Anwender haben wir aber ganz andere Interessen und Forderungen an Nutzen und Effizienz. Viele der TeilnehmerInnen wundern sich, wie einfach die Bedienung ist, wenn wir die Animation ausblenden. (Graphik sperren, Textmodus, Kenndaten)
4. Die „kompakt - Einführung“ dauert tatsächlich etwa 90 min. (wenn die Übersichten und Tafeln auf Folie verwendet werden). Die Vorführzeit war mit 30 min knapp bemessen. Einzelübungen mit einer offline Simulation können in einer Stunde die nötigsten Bedienungselemente vermitteln. Das ist wichtig für Vortragsorte, an denen ein Netzzugang nicht (schnell) möglich ist.
5. In der Umweltstation Iffens wird der BUND e.V. noch einige Termine für eine internet-Übung anbieten. Nach einer kurzen Einführung werden die TeilnehmerInnen eine vorbereitete Modellreise durchs internet machen. Ausserdem wird eine e-mail vorbereitet und verschickt. Das „internet-büro“ wird am Sonnabend von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr geöffnet sein. Alle offline -Übungen sind kostenfrei, für online-Kosten ist Erstattung nötig.
Dirk Utke aus Minden hat einiges zusammengeschrieben, was wir für die Nutzung des internet unbedingt wissen (oder mal gelesen)haben sollten. Bei ihm sind auch weitere links zum internet zu finden.
In der Harburger internet - Tagung gibt es Diskusssionsbeiträge, mal reinzuschauen ob bei den Diskussionen was neues angekommen ist. Den Stand bis 6. Okt. 98gibt auch direkt Hier auf der Seite unter Punkt 10.
Interessant zu diesem Thema ist auch das Schwerpunktheft (Feb/97) der Zeitschrift "Wechselwirkungen", in dem über die Chancen der EDV-Vernetzung referiert wird.
Neue Kurse und Veranstaltungen bitte im internet über die Suchmaschinen abrufen abrufen. Zum Beispiel gab es Workshops oder Tagungen bei:
Arbeitsgemeinschaft ANUDort weitersuchen
z.B.: Praktische EDV-Anwendungsmöglichkeiten für Umweltzentren 28.2. - 1.3. 97 in Karlshöhe, Hamburg
hier per e-mail zu erreichen.
Fachtagung "Naturschutz auf der Datenautobahn" 3..3. - 4.3. 97 NNA / Schneverdingen
NNA_Hof_Moehr
Manche Vorträge gibt es, zum Beispiel von Heino Apel (Umweltlernen und neue Medien) im Mai 1997. Der Text ist über die Clearingstelle Umweltbildung in Frankfurt abzurufen.
Am 26/27. 11. 98 gab es in Oldenburg ein Seminar der item (informationstechnik im museum)über die Nutzung der PC und des internet in Museen. hier weiter nach item fragen
Die abschliessende Podiumsdiskussion wurde von mir geleitet
Stand 1.12.98
Beste Gruesse aus Iffens
Wolfgang